Reiseberichte

31.10.2017 C42 vor den Alpen-1

Sunriseflug am 31. Oktober 2017

Sechs Piloten des Sport- und Segelfliegerclubs  Bad Waldsee-Reute e.V. treffen sich zum Sonnenaufgang in den Alpen

Besonderer Augenblick

Manche Augenblicke im Leben sind einfach unbezahlbar. Und Sunrise-Flüge zählen ganz bestimmt in diese Kategorie. Auch wenn es natürlich schon ein klein wenig Überwindung kostet, im Morgengrauen aus dem warmen Bett zu steigen und sich fertig zu machen – für einen Flug der ganz besonderen Art.

Bereits morgens um 06.00 Uhr

trafen sich deshalb sechs Fliegerkameraden und ein Passagier des Sport- und Segelfliegerclubs Bad Waldsee- Reute e.V. am örtlichen Flugplatz in Reute. Der lang anhaltende Hochdruckeinfluss über Europa bot die Möglichkeit eines so genannten „Sunrise- Fluges“ (Flug zum Sonnenaufgang). Für den perfekten Sonnenaufgang starteten die Piloten samt Passagieren pünktlich etwa eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang in die Dunkelheit.

 

 

 

Ziel waren die Alpen,

Richtung Bregenzer Wald. Das besondere Licht, die eisigen Temperaturen und der beginnende Morgen tauchten die Landschaft in eine atemberaubende, friedliche Stimmung.

Die freie Sicht von Bad Waldsee Richtung Alpen und Bodensee, ergab nicht nur eine einzigartige Fotoperspektive sondern auch ein ganz besonderes Gefühl der Naturverbundenheit. Selbst für erfahrene Piloten sind solche Flüge immer etwas ganz Besonderes.

Gemeinsames Frühstück

Im Anschluss  gab es ein gemeinsames Frühstück um gestärkt und noch immer tief beeindruckt, von diesem Flug der ganz besonderen Art, in den Tag zu starten.

Mal schnell ins Meer hüpfen…

AusFlug von Piloten des SSC Bad Waldsee an die Adria 2015

Nur zwei Tage Zeit…

„lohnt sich das überhaupt?“, dachten sich die drei Piloten Gerhard, Fritz und Reinhard des Sport- und Segelflug-Clubs Bad Waldsee-Reute eV als der Vorschlag zu diesem „Aus-Flug“ kam.Zwei der Teilnehmer hatten leider nur den 4.+5.6.2015 Zeit. Wie sich später herausstellen sollte: Es lohnt sich!Am Vorabend wurde ausgiebig das Alpenwetter geprüft, die genaue Flugroute festgelegt, die Flugzeuge vorbereitet und auch die Flugverbotszone des G7-Gipfels war ein Thema. Glücklicherweise wurde diese erst am Sonntag, also 2 Tage später eingerichtet.Speziell das Alpenwetter sollte für so einen Flug gut sein, alle Vorhersagen bescheinigten aber „Kaiserwetter“.

Abflug um 6:30 Uhr

Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen, denn der Abflug war bereits für 6:30Uhr festgelegt, da morgens die Luft ruhig und die Sicht am besten ist.

Hintereinander im Formationsflug ging es dann über Kempten, Garmisch-Partenkirchen, Walchensee und vorbei am Karwendel-Gebirge zum ersten Stop im österreichischen Sankt Johann, wo erst einmal aufgetankt wurde.

Gerhard in einer der beiden beteiligten „C42“-Ultraleichtflugzeuge über den österreichischen Alpen

Walchensee bei Garmisch-Partenkirchen

 

Tankstop in Sankt Johann

Sandro, mit abenteuerlicher Tankstelle

Lagune bei Mazarack

„Deutscher“ Parkplatz auf dem Volo al Mare bei Caorle

Auf zu Sandro, dem fliegenden Italiener

Weiter dann vorbei am Massiv Großvenediger und Großglockner  über den Felbertauernpass in die italienische Alpen und dann in das langestreckte Flußtal „Tagliamento“, das die Flieger dann bis zu ihrem Ziel, Al Casale führte.

Dieser kleine, in Italien unbürokratisch zu öffnende „Avio-Superfici“, eine kleine Graspiste mit wundeschön zum Hotel umgebautem alten Bauernhof wird von Sandro betrieben. Sandro ist ein Italiener wie man sich ihn vorstellt und selbst Pilot. Ankommende Piloten werden von ihm mit großem „Ciao“ und Vorzugsbehandlung begrüßt.

Endlich ans Meer

Um den Tag auszunutzen ging es aber gleich weiter über die schöne Lagunenlanschaft dieser Gegend zum Frühstück nach Mazarack. Auch dort begegnet uns wieder eine kleine Graspiste mit netter Gastronomie.

Nach dem Frühstück startete das Team dann einen kleinen „Hüpfer“ zu einem kleinen, kommerziell betriebenen Flugplatz „Volo al Mare“ nahe dem Ort Badeort Caorle.

Begrüßt wurde das Team überraschenderweise in bestem Englisch von einem reinrassigen Engländer, der den Flugplatz betreut.
Gut daß Fritz vorsorglich Fahrräder reserviert hatte, denn die 3 Räder waren die letzten Exemplare, die noch verfügbar waren. Ein Blick neben die Piste zeigte wieso: Durch den Feiertag und das schöne Wetter angelockt, stand ein Flugzeug neben dem Anderen. Ausnahmslos alle mit deutschem Kennzeichen…
Außerdem war sogar eine Yak18 zu besichtigen, die gerade für den nächsten Flug vorbereitet wurde.

Am Strand von Caorle

Santa Maria del Mare

Venedig mal von oben

Wechsel des Verkehrsmittels

Nach ca. 15 Minuten Fahrradfahrt ging es dann endlich ans Meer, das wir ja schon von oben gesehen, aber nur bestaunen konnten. Absolut in letzter Minute, denn die Hitze war wirklich enorm und eine Abkühlung dringen notwendig.

Lido von oben

Nach der Abkühlung ging es dann nach einer kleinen Stärkung zurück an den Platz und weiter den Strand hinab, vorbei an den bekannten Badestränden rund um Jesolo und Venedig.

Gerhard über Venedig

 

 Zurück am Flugplatz Al Casale

Fliegertisch am Abend

Marmolada

Der sich immer weiter verjüngenden Landstreifen
ist unheimlich eindrucksvoll.
Trotzdem mußte dann irgendwann gewendet und zurückgeflogen werden.
So viele Eindrücke in kurzer Zeit und das Sitzen im Flieger erschöpften dann doch etwas.

Zurück bei Sandro

Erschöpft, aber glücklich landeten dann die drei Kameraden wieder bei Sandro, wo sich mittlerweile andere Fliegergruppen mit Tragschrauber, Doppeldecker und Hubschrauber eingefunden hatten.

Nach Duschen und Erfrischung setzten sich dann alle Piloten an den eigens reservierten Tisch und es gab ein spitzenmäßiges 3-Gänge Menü und selbst angebautem Wein (auf der einen Seite der Startbahn Weiß-, auf der anderen Rotweinreben!) und mit netten Gesprächen ließ man dann den herrlichen Tag ausklingen.
Übrigens sind die Preise hier sehr „human“. Und das für Halbpension, ein schönes Ambiente und eigene Produkte.

3 Zinnen

Rückflug

Den nächsten Morgen ließ man dann dank langem Abend und gutem Frühstück doch etwas später angehen. Etwa 9:30 starteten die beiden Flugzeuge und es ging an den Rückflug.
Diesmal wählte die Gruppe eine Route mit kleinem Abstecher in die Dolomiten aus.
Die imposanten Gebirge wären schon alleine die Reise wert gewesen. Über das Flußtal des  Tagliamento ging es wieder zurück, dann nach Westen in Richtung Dolomiten, u.a. über Marmolada und 3 Zinnen dann wieder nach Sankt Johann und Waldsee.
Die Teilnehmer erlebten ein unvergessliches Erlebnis, und das in nur zwei Tagen.